Ursprünge und Geschichtliches zum MARTINSTAG in Espelkamp

Seit 1953 führt die Baugemeinde e.V. in Verbindung mit der Evangelischen Martins-Kirchengemeinde, der Katholischen Gemeinde St. Marien, der Mennoniten-Gemein-de John-Gingerich-Straße, den Kindergärten und Kindertagesstätten, den Grund-schulen sowie den weiterführenden Schulen in Espelkamp den Martinstag mit seiner Sammlung für Menschen in Not durch (in den letzten Jahren sind auch noch die Evangelische Freikirchliche Gemeinde, die Freie Evangelische Bibelgemeinde und die Evangeliums Christen Gemeinde hinzu gekommen).
Was ist die Baugemeinde?
Die Baugemeinde Espelkamp wurde 1949 gegründet und war zunächst eine Vereinigung aller Selbsthilfesiedler in der entstehenden “Flüchtlingsstadt Espelkamp-Mittwald“. Die Baugemeinde entwickelte sich zu einer Vereinigung aller hier tätigen Institutionen, Körperschaften und Vereine, die durch gemeinschaftliches Zusammenwirken ein neues Gemeinwesen schaffen wollten.
Heute nimmt die Baugemeinde Espelkamp ausschließich nur die eine Aufgabe wahr:
Vorbereitung und Durchführung der Martinssammlung am Vorabend des Martinstages.
Die ganz besondere Art, wie dieser Tag begangen wird, ist nun schon längst zu einer der altbewährten und gern unterstützten Traditionen in der noch recht jungen Stadt Espelkamp geworden. Es ist aber auch der Tag der Dankbarkeit für all die Hilfe, die Espelkamp selbst in seinen Anfangsjahren aus aller Welt erfahren hat.
Seit dem Jahr 1953 hat sich in Espelkamp vieles geändert. Die Einwohnerzahl ist an-gewachsen. Unsere Bürger stehen nicht mehr so wie damals da, als bettelarme Flüchtlinge kurz nach dem Kriege. Viele schöne neue Häuser und großzügige Wohnungen sind entstanden. Die Zahl der Schulen und Kirchengemeinschaften, ihr Aufbau, und ihre Strukturen wie ihre verschiedenen Eigenarten haben sich gewan-delt.
Mancher wird nicht mehr verstehen, warum wir Espelkamper auch heute immer noch den Martinstag feiern. Wir haben viele ausländische Arbeitnehmer, die unser Tun am Martinstag gar nicht verstehen, und gerade von den vielen Neubürgern, die erst in den letzten Jahren zugezogen sind, kann nicht unbedingt Verständnis für unsere be-sondere Gepflogenheit, das Martinsfest zu feiern, erwartet werden.
Wenn am Martinstage die Kinder in Espelkamp mit ihren Laternen Martinslieder sin-gend von Haus zu Haus ziehen und um Gaben zu bitten, ist dies hierzulande auf den Dörfern – alter Brauch, der sogar noch auf die sogenannten Heischegänge (Bet-telgänge) früherer Zeiten zurückgeht.
Kurz nach dem 2. Weltkrieg fanden in der Muna (ehemalige Munitionsanstalt) Espel-kamp viele Flüchtlinge, heimatlos und bettelarm wie sie waren, die Chance eines neuen Anfangs, und barmherzige Menschen in der ganzen Welt halfen ihnen dabei, weil es ihnen besser ging als den Deutschen. Für diese Situation ist das Bild von dem Martin zu Pferde, dem es gut ging und der deshalb seinen warmen Mantel mit dem frierenden Bettler am Wege teilt, absolut zutreffend. Wir erinnern uns der Bußpredigt